Open Source Lizenzen

By: Matthias Thoma

Abstract: Open Source Lizenzen kurz vorgestellt. MPL, GPL und LGPL im Vergleich.

von Matthias Thoma

Die Open Source gewinnt zunehmend an Bedeutung. Für Entwickler und Nutzer stellt sich jetzt oft die entscheidende Frage welche Lizenz denn nun für die eigenen Vorstellungen am besten geeignet  ist. Da man unter Open Source Lizenz eine Menge verstehen kann hat die Open Source Initiative (OSI) einige Richtlinien aufgestellt.

Im wesentlichen muss eine OSI kompatible Lizenz folgendes erfüllen:

  • Die Veränderung und die Weiterverwendung des Quellcodes muss gestattet sein.

  • Freie Verwendung und Weitergabe der Lizenz.

  • Die Verwendung und Weitergabe als Ausführbare Datei muss erlaubt sein.

  • Keine Restriktionen gegen oder Ausschluss von Benutzergruppen.


Zur Zeit sind genau acht Lizenzen gemäß den OSI Anforderungen zertifiziert: GPL, LGPL, MPL, Artisitic Licence, BSD, MIT, QT Public Licence und die IBM Public Licence. Die drei erstgenannten sind die heute wohl vielversprechendsten und zukunftsträchtigsten Lizenzen.

Die General Public Licence ist der Altmeister unter den Lizenzen. Sie gewährt dem Autor den weitestgehenden Schutz vor einem Missbrauch seines Werkes. Darauf aufbauende Werke, sogenannte Derived Works, müssen ebenfalls unter der GPL veröffentlicht werden.  Dies mag für Anwendungen recht praktisch und auch sinnvoll sein, um zu verhindern das eine eigentlich freie Applikation kommerzialisiert wird,  für Codenbliotheken ist sie ungeeignet. Deshalb wurde eine abgespeckte GPL entwickelt.

Diese sogenannte LGPL firmierte zuerst unter der Bezeichnung Library General Public Licence und wurde später zur Less Restrictive General Public Licence umbenannt.
Der LGPL fehlt der "Virale Aspekt", die LGPL definiert zu diesem Zweck "Work that uses the Library". Somit ist es möglich sowohl properitären als auch freien Code zu mischen. Dem Autor wird jedoch auferlegt den Copyright Hinweis der Bibliothek an prominenter Stelle innerhalb des Programmes anzubringen. Auch darf der LGPL Code nicht direkt in den geschlossenen Code übernommen werden sondern sollte dynamisch gelinkt sein.  Ist dies nicht der Fall so muss dem Benutzer der gesamte Quellcode zur Verfügung gestellt werden.

Vor allem unter kommerziellen Nutzern erfreut sich die BSD Lizenz gro_er Beliebtheit. Sie ist kurz und unkompliziert. Die Zusammenfassung in einem Satz lautet:

Mach damit was du willst solange Du mein Copyright |bernimmst.

Das hvrt sich im ersten Moment verlockend an. Aber man sollte bedenken das man so seinem Quellcode die Weiterentwicklung versagt weil Modifizierungen nicht publiziert werden m|ssen.
Ein weiterer Aspekt ist das die BSD in vielen Punkten nicht eindeutig genug ist. So kvnnen Unsicherheiten beim Benutzer entstehen und R|ckfragen oft nicht vermieden werden.

Relativ neu im Konzert der bekannten Lizenzen ist die Mozilla Public Licence. Eine sehr liberale und für die professionelle Weiterverwertung geeignete Lizenz. Anders als bei der LGPL muss sich der Autor nicht mehr um den verwendeten OS Quellcode kümmern. Er ist nicht zu mehr verpflichtet als die Copyright Notiz innerhalb des Quellcodes beizubehalten und etwaige Modifikation am OS Code wieder zu veröffentlichen. Entsprechende Veränderungen sind natürlich als solche zu Kennzeichnen.
 
 

Vergleich der Lizenzen
 

Mischung mit kommerziellem Code

Autor muss im Programm genannt werden.

Autor muss in der Dokumentation / Quellcode genannt werden

Lizenz muss beigegeben werden.

Bei Mischung muss Originalcode beigegeben/bereitgesellt werden.

GPL

NEIN

JA

JA

JA

JA

LGPL

JA

JA

JA

JA

JA

MPL

JA

NEIN

JA

NEIN

NEIN

Vgl. [2],[3]
 

Für wen ist nun welche Lizenz am besten geeignet?
 

Einsatzgebiet der Open Source

Lizenzvorschlag

Kommerzielle Projekte

MPL

Anwender einer OS Applikation

MPL,  GPL, LGPL

Freeware Projekte

LGPL, MPL

Open Source Projekte

MPL, GPL, LGPL



Das waren, kurz zusammengefasst, die wesentlichen Merkmale der jeweiligen Lizenzen. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Viele weniger gewichtige Punkte der einzelnen Lizenzen mussten unberücksichtigt bleiben. In der Praxis empfiehlt es sich die Lizenz der eigenen Wahl zunächst noch einmal gründlich im Detail durchzugehen. Es ist durchaus möglich das einer scheinbar nebensächliche Passage in Zukunft einmal große Bedeutung zukommen wird. Die Open Source hat sich bereits stark entwickelt, dennoch steht sie erst am Anfang ihrer Geschichte!

[1] The Open Source Initiative - (www.opensource.org)
[2] Netscape Public License FAQ - (www.mozilla.org/MPL/FAQ.html)
[3] www.opensource.org/licenses/
 

Alle in diesem Dokument gemachten Informationen wurden nach besten Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch kann der Autor für die Richtigkeit der gemachten Angaben keine Gewähr übernehmen. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigene Gefahr. Der Autor haftet nicht für Schäden die Direkt oder Indirekt durch den Gebrauch der Informationen entstehen oder entstanden sind.
 


Server Response from: ETNASC04